Hylia

Gori

Kranker Geist auf Abwegen

[Krebs] Mini Update
Hylia
[info]ailyh
Ja, ich weiß, ich wollte hier eigentlich einen viel ausführlicheren Bericht schreiben, aber ich kann mich gerade irgendwie nicht dazu überwinden, das ZE ist dafür viel zu interessant (auch wenn dort im Moment nichts passiert *hust*)

Ich fasse es mal kurz zusammen:

OP konnte nicht erfolgreich durchgeführt werden, weil mein Bauchraum mittlerweile voller Krebs ist; das haben die ganzen Cts davor nur nicht angezeigt
der Chirurg meinte, ohne Chemo hätte ich nur noch an den einen Monat zu leben; da man sich aber in der Chirurgie Erlangen schon wieder dermaßen inkompetente Scheiße geleistet hat, weiß ich gar nicht, ob ich ihm glauben soll
liege jetzt auf der sog. Palliativstation, um nach der OP wieder auf die Beine zu kommen; und zähle durchaus ein wenig bang die Tage ab, aber was will man machen, falls man überhaupt die Killerchemo erwägen will, muss ich fit sein und Nahrung aufnehmen, was zZ noch nicht optimal der Fall ist


[Krebs] OP Termin
Hylia
[info]ailyh
Diesen Freitag, 25.11.

Ich glaube, so ganz begriffen habe ich es noch nicht, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass man sich anders fühlen würde als ich gerade, wenn man weiß, dass in den nächsten Tagen über das eigene Leben oder den unausweichlichen Tod entschieden wird.

Und meine einzige Sorge gilt Banalitäten. ZE, Rollenspiel, sowas eben.
Ebenso natürlich der Narkose, vor der ich Angst habe, aber das werde ich wohl immer, lässt sich nicht ändern. Zudem tut sie ziemlich weh, bevor sie einen ins Land der Bewusstlosen befördert; dieses Brennen hasse ich an Eingriffen vermutlich am meisten.
Aber gut. Ist ja nicht meine erste OP, auch wenn es wahrscheinlich die schwerste sein wird, sollte alles planmäßig durchgeführt werden.

Bin gespannt, was ich zu hören kriege, sobald ich wach und aufnahmefähig bin und ob ich wieder heulen werde, wenn die Narkose nachlässt. War ja bisher immer äußerst prickelnd.


[Krebs] OP wird durchgeführt
determined
[info]ailyh
Jap, richtig gelesen.
Meine Ärztin hat mich heute angerufen und gemeint, die Operation wird demnächst stattfinden. Am Montag erfahre ich den genauen Termin, aber zur Wahl stehen jetzt der 25. November, 29. November und 1. Dezember. Mein Weihnachten dürfte also auf alle Fälle im Arsch sein, denn wer weiß, wie lange ich für die Heilung brauchen und folglich im Krankenhaus liegen werde.

Sie meinte, man hätte sich nicht für diese Maßnahme entschieden, wäre ich nicht so resolut aufgetreten. Denn ich habe ihr schließlich klar gesagt, dass ich eine OP wünsche, wenn die Chance besteht, dass es etwas bringt und daher hat man darüber nachgedacht und meinem Wunsch zugestimmt.

Da immer noch nicht klar ist, was ich an der Leber habe, wird es wie folgt ablaufen:

Der OP Saal wird für 10-15 Stunden reserviert und für den Eingriff muss zudem auch noch ein spezieller Arzt anwesend sein, der die Entfernung des Bauchfells mit einem bestimmten Instrument beherrscht.
Man wird mich öffnen und der betroffenen Stelle in der Leber eine Probe entnehmen, die man sofort ins Labor schickt. Diese wird also noch während des Eingriffs analysiert.
Sollte sich herausstellen, dass es eine Metastase ist, gibt es zwei Möglichkeiten:

Wenn die Stelle gut erreichbar ist, wird man natürlich versuchen, den Krebs dort zu entfernen. Anschließend kratzt man das Bauchfell raus.

Es kann aber auch passieren, dass eine solche Maßnahme zu gefährlich wäre (aufgrund der vielen empfindlichen Blutgefäße, die bereits bei der missglücken Biopsie ein Thema waren); in diesem Fall wird das Bauchfell nicht entfernt. Laut Ostermeier wäre es unsinnig, meinen Körper einer derart starken Belastung auszusetzen, wenn ich – und das sage ich jetzt mit meinen Worten – wegen der Leber wahrscheinlich eh ins Gras beiße.

Falls es nur harmloses Narbengewebe ist, widmet man sich dem Bauchfell und gut ist.

Ich hege keine Hoffnung, dass der Eingriff mich retten wird. Als Ostermeier anrief, kam es für mich meinem Todesurteil gleich. Ich werde also ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk erhalten: Die Gewissheit, dass ich entweder leben oder sterben werde.


Was mich daran am meisten ankotzt? Dass während dieser Zeit die ganzen Charakterkritiken auf Sarah abfallen, weil die Jungs ihren Arsch nicht hochkriegen.

(War heute außerdem eine halbe Ewigkeit beim Zahnarzt und wirklich gute Nachrichten gab's von dem nicht. Meine Zähne sind höchstwahrscheinlich total im Anus, juhu. Wer soll sich das bitte leisten, mir ein ganzes Gebiss zu ersetzen?)

[RPG] Grützenfabrikant
sad
[info]ailyh
Ich habe das Gefühl, das alles, was ich in letzter Zeit im Rollenspiel fabriziere, absolute Grütze ist.
Ich bemühe mich zwar wie immer, schöne, runde Parts zu liefern, aber dabei befällt mich jedes Mal Frust und es scheint, als gäbe ich es letztendlich doch auf, bemühte mich nicht mehr und schickte etwas Halbgares ab, das jeder Fünftklässler besser hinbekommen hätte.
Ich tue mich schwer damit, die richtigen Worte zu finden und habe das Gefühl, der Ausdruck „Atmosphäre“ wäre ein Fremdwort für mich geworden. Hinzu kommen meine Rückenschmerzen, die erschweren das Ganze nochmal, weil es nicht leicht ist, sich mit ihnen auf die Parts des Mitspielers, in diesem Fall natürlich Sarah, zu konzentrieren, geschweige denn auf die eigenen, die man auch erst einmal aus dem Ärmel schütteln muss.
Ich wünschte, ich könnte den ganzen bisherigen Teil von Cenneth und Hylia nehmen, vom Antlitz der Welt ausradieren und gänzlich neu schreiben, weil ich ihn absolut zum Kotzen finde.
FRUST.

...

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es eben um Cenneth geht und ich mich immer ein Stück weit in die Situationen und Gefühlswelten meiner Charaktere hineinversetze. Und Hylia dürfte momentan genauso ratlos und frustriert sein wie ich.
Was mir allerdings auch nicht weiterhilft, die Qualität meines Geschreibsels zu verbessern.

Update (Allgemein)
Death to Analog
[info]ailyh
Um die Geschehnisse der letzten Tage ein wenig zusammenzufassen: Ich war über eine Woche lang im Krankenhaus. Meine Mutter bemerkte, dass ich ziemlich gelb angelaufen war und ein Anruf in Erlangen genügte für eine sichere Diagnose. Einer meiner Gallenwege war blockiert, deshalb musste ich stationär in die Klinik, damit sie mir ein dünnes Röhrchen in diesen Gang legten, der ihn weiten würde.
Das Röhrchen bleibt normalerweise ungefähr ein Jahr lang drin, muss aber alle drei Monate gewechselt werden. Beim letzten Eingriff bekam ich davon prompt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (natürlich, ich mal wieder) und wurde vier Tage lang nur mittels Infusionen ernährt.
Mein Magen-Darm-Trakt ist schon seit der Chemotherapie so abgefuckt, aber diese vier Tage haben meinen Magen endgültig erledigt. Ich kann kaum essen, fühle mich nach läppischen drei, vier Löffeln von irgendwas zum Platzen voll und kotze es später hin und wieder eh aus, weil es so bestialisch in meinem Magen drückt und mir davon elend ist.
(Ich würde hier ja die lange Version meines Krankenhausaufenthalts niederschreiben, aber mich hat das gegen Ende einfach nur noch frustriert. Mir tut jetzt noch der Rücken davon weh.)

Jetzt steht zur Debatte, ob man das Röhrchen schon irgendwann im Januar, nach ca. 8 Wochen also, wechselt und dabei eine Probe aus dem Gallenweg nimmt, weil der irgendwie mit der Leber verbunden ist und man unter Umständen womöglich vielleicht eventuell so bestimmen könnte, was das für ein ominöser Fleck auf meiner Leber ist.

Wollte noch mehr schreiben, aber mir tut der Rücken weh, ich bin zu faul und zudem mit RP beschäftigt.


[Krebs] Leberpunktion
sad
[info]ailyh
Na klar, als würde irgendwas in meinem Leben funktionieren. Ich kann kaum fassen, dass ich immer wieder auf mich selbst hereinfalle, indem ich unterschwellig jedes Mal tatsächlich daran glaube, es würde klappen, obwohl ich bereits oft genug hart vom Gegenteil überzeugt worden bin.

Habe mich gestern in der Klinik angemeldet und musste warten, bis ein Platz in einem der Zimmer frei war. Die Zeit nutzte ich, um meine Ärztin auszusuchen, damit ich die Rektoskopie (Darmspiegelung) verschieben konnte, aber – natürlich – sie war wieder einmal nicht da. Ich ging also zur anderen, Wolff heißt sie und ist wenigstens vernünftig und normal in der Birne. Der Termin wurde jetzt also auf den 07.11. gelegt und ich konnte mir zurück auf Station gleich eine Nadel legen lassen. Wie gewohnt fand die Schwester keinen guten Zugang, also hatte ich unnötigerweise zwei statt eines Loches in der Hand. Fing wie immer prickelnd an.

Der Arzt der Biopsie hieß Janka und war supersympathisch. Selbst wenn der Kerl mich durch den Eingriff umgebracht hätte, ich glaube, den hätte ich nicht einmal als Geist heimsuchen können, weil ich den sofort derart mochte. Auch seine Assistentin war mir auf Anhieb sympathisch, überhaupt gab es auf Station 1.1. sehr viele Schwestern, die ich einfach toll fand. Erlebt man auch nicht immer.
Janka hat sich neben mich auf die CT Liege gesetzt, die Hände zwischen den Beinen gefaltet und kurz geschwiegen und ich dachte schon: Geil, jetzt kommt bestimmt wieder irgendeine Scheiße.
Er meinte, er hätte Riesenrespekt vor dem Eingriff, weil die Stelle, die er punktieren möchte, sehr schlecht liegt und er gerne hätte, dass ich hinterher noch lebe und halbwegs fit bin. Der Wortlaut war ungefähr:
„Ich möchte also, dass sie von dieser Liege aufstehen, auf ihre beiden Füße, ja? Und dann hier rausgehen.“
Ich schwöre, mein Herz setzte da kurz aus, weil es im ersten Moment so klang, als würde er mich gar nicht behandeln und ich solle meinen Arsch wieder von der Liege hieven und gehen. (Rückblickend wäre das besser gewesen.)
Die Biopsie war CT-gesteuert, ich wurde also erst auf den Rücken gelegt und durchgefahren, damit er nachsehen konnte, von wo er am besten stach. Ich durfte mir die Bilder ansehen und er erklärte mir jeden noch so kleinen Pups an der ganzen Sache und war auch bereit, mir alles zu erklären, was ich ihn noch zusätzlich fragte. Er meinte, er würde gerne noch schauen, ob die Organe besser lagen, wenn ich mich auf dem Bauch befand, also mal kurz drehen und nochmal scannen. Es sah tatsächlich besser aus, aber nur ein wenig. Es dauerte wirklich eine halbe Ewigkeit, bis er auf seinem Computer alle möglichen Wege durchsimuliert hatte und am Ende blieb nur ein einziger und selbst der war noch scheißkompliziert.
Ginge er durch den Bauch oder durchs Gewebe in der Nähe, waren Wahrscheinlichkeit sowie Risiko sehr hoch, dass er aus dieser Richtung die dicken, verzweigten Blutgefäße in der Leber traf und aufriss.
Von hinten war eine Option, aber nur an einer Stelle. Jede andere hätte bedeutet, dass ich meiner Lunge adé sagen konnte, zudem lag noch die rechte Niere derart ungünstig, dass er dabei auch aufpassen musste.
Ich habe die Stelle gesehen und verstehe nicht, wie man das für Narbengewebe halten kann. Für mich ist eine Narbe immer etwas Längliches, der Fleck auf dem Bildschirm aber war rund und hob sich dunkelgrau von der hellgrauen Leber ab. Aber gut, ich kenne mich nicht mit Leberoperationen aus, vielleicht sieht eine Narbe genau so aus.
Ich blieb also auf dem Rücken (und quetsche mir dabei total die Titten ab, war auch super...) und wartete, dass der Arzt sich umzog, wobei ich ihm aus Langeweile mit zugewandtem Kopf zusah. Er warf sich eine Schürze um, die ihn vor der CT-Strahlung schützte und das Ding war auch noch so rostbraun-rot, dass mir dabei nur ein Gedanke kam.
„Wissen Sie... mit der Schürze sehen Sie aus wie ein Metzger.“ Er hat gelacht und meinte, das hätte er schonmal zu hören bekommen. Dann wühlte er irgendein Päckchen hervor und meinte, er würde das sofort ändern, er wollte ja gut für mich aussehen, und hervor zog er ein blaues dieser Robendingens, die Ärzte auch im OP tragen.
„Oh, blau. Dann sehe ich wenigstens nicht mehr wie ein Metzger aus, oder?“ Mit einem Grinsen stellte er sich an meine Seite und breitete ein ebenfalls blaues Tuch über mir aus, das in der Mitte ein Loch hatte – so konnte man die auf meine Haut aufgemalte Stelle sehen, in die er stechen würde.
„Jetzt passen wir farblich wunderbar zusammen, ist das nicht schön.“
Vorher wurde ich natürlich noch gründlich desinfiziert und bekam eine Lokalanästhesie. Ich glaube, die tat fast mehr weh als der gesamte Eingriff.
„Jetzt kommt ein kleiner Piekser und dann brennt es ein wenig. *pieks*“
Es hat gebrannt und wie. Ich wäre fast zusammengezuckt und von der Liege gerollt, was ungünstig gewesen wäre, weil ich mich nicht mehr bewegen durfte, nachdem man bereits einen geeigneten Punkt gefunden hat. Dumme Betäubung (praktisch, ja, aber scheiß schmerzhaft.)
Nach der Einwirkzeit ging es dann los. Ich habe die Nadel nicht gesehen (erst hinterher), aber das war vermutlich besser so, nicht dass ich davon noch gekotzt hätte oder so.
Er hat sie immer nur zentimeterweise in mich geschoben und zwischendurch ständig per CT geprüft, ob er auf dem richtigen Weg war. Die ersten 3 cm waren kein Problem, denn da wirkte die Betäubung prima, doch dann schob er sie erneut ein Stück rein und da hat's dann wieder wehgetan. Ich fragte ihn, warum ich jetzt wieder Schmerzen hatte, und er meinte, die Betäubung käme nie bis ganz zur Leber. Prima, also steckte eine Nadel, ein langer, scharfer Fremdkörper, einfach so mal ohne Anästhesie in mir. Geil.
Das blieb zum Glück nicht so, er schob noch einmal und dann führte er darüber wieder Betäubung ein (was diesmal schmerzfrei gewesen war.) Ich hatte aufgrund der Schmerzen (es war ein stechender und irgendwie dumpfer Schmerz gewesen) Atemprobleme gehabt und die legten sich dadurch ein wenig. Aber davor habe ich vermutlich jeden einzelnen Zentimeter gespürt, den sie in mir drin war.
Es ging also noch ein wenig weiter und dann, 1 cm vor der Leber, zog er mich nach einer Kontrolle wieder aus dem CT und meinte:
„Es tut mir sehr leid, aber ich breche jetzt an dieser Stelle ab. Ich habe die Lunge erwischt und... nun, ich dachte, es ginge, aber es ist unmöglich, bis zu der Stelle zu kommen und ich will Sie nicht unnötig gefährden, das hat keinen Sinn.“
Als ich von der Lunge hörte, war ich erst entsetzt: Sie haben WAS?! Ach du Kacke.
Aber er beruhigte mich, dass es nicht direkt die Lunge selbst, sondern irgendetwas davor war, das mit ihr zusammenhängt. Ich hab's nicht ganz gerafft.
Er hat die Nadel rausgezogen und das war's. Ich glaube, in jenem Moment dachte ich gar nichts. Wie ich so schön im Rollenspiel beschrieben hatte: Es war wie eine gleißend helle Sternexplosion, die jegliche Gedanken, selbst Raum und Zeit, wegfegte und zurück blieb nichts außer absoluter, vollkommener Leere.
Ich hatte mich wieder einmal irreführen lassen von scheiß Hoffnung und anderem, absolut unnützem Kram.
Dann wollte ich heulen, obwohl ich nicht wollte. Hab' mich also vehement dagegen gewehrt, während der Arzt damit anfing, im Müll zu wühlen.
„Oh, Sie wollten ja später noch die Nadel sehen, aber die habe ich jetzt schon weggeworfen... Moment, ich hole sie mal raus hier. *Mülleimer durchforst* Das ist zwar eigentlich verboten, aber ich mach's trotzdem.“
Dann hat er sie mir gezeigt und mir ihre Funktionsweise erklärt, bevor die Wunde an meinem Rücken zugeklebt wurde und ich mich zurück in mein Bett rollen durfte. Und das war's jetzt erstmal.

Heute morgen kamen bei der Visite zwei Ärzte vorbei (wenn die älter als 30 waren, fresse ich meine Arschbacken) und meinten, es gäbe noch eine Ultraschall und eine Kamera gesteuerte Biopsie, die man vielleicht machen könnte. Tja, das ist ja schön und gut, nur wie zur Hölle wollen die die Nadel reinkriegen? Es gab nur einen Weg und der klappte nicht.
Zudem wirkten sie noch grün hinter den Ohren und die Station hatte eh lauter Falschinformationen. Die wollten mich gestern und heute ständig alle spiegeln, irgendwann hat's echt genervt, denen ständig erklären zu müssen, dass ich keinen Bock darauf habe, mir eine Kamera in den Arsch schieben zu lassen und dass ihre Unterlagen fehlerhaft waren.


[Krebs] Update
Death to Analog
[info]ailyh
Nach einem erneuten Telefonat steht nun Folgendes fest:

Am 27.10., also diesen Donnerstag, soll ich mich stationär in Erlangen melden, damit die Leberpunktion um 11:30 Uhr durchgeführt werden kann.
Wie ich allerdings erfuhr, ist der Verlauf nach wie vor unsicher. Eigentlich wollte man ja über den Bauch gehen, weil hintenrum die Lunge im Weg ist, jetzt meinte die Ärztin, die sich mit der Leberpunktion auskennt, dass es über den Bauch extrem gefährlich ist, wegen all den Gefäßen dort, die dabei verletzt werden könnten (und mal ehrlich, im allerschlimmsten Fall würde man mich notgedrungen öffnen müssen, um gerissene Gefäße wieder zuzunähen; wer will das schon.)
Hinten ist aber trotzdem noch die Lunge im Weg. Man wird also vielleicht versuchen, die Nadel zwischen Rippen und rechtem Lungenflügel hindurchzustechen, wenn ich ausatme.
Dürfte also äußerst interessant werden, das Ganze, und das nur, weil die Stelle, die man punktieren muss, so schlecht liegt, dass man nicht anders herankommt.
Eine Garantie für die OP ist die Punktion zudem nicht, ich kann natürlich immer noch abgelehnt werden (mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass ich sterben werde, also mal sehen, was die Untersuchungen bringen.)

Die Koloskopie, also Spiegelung des Dickdarms, ist für den 02.11. angesetzt. Genau, den 02.11. Da gehen sie hin, meine Konzertpläne. Den Termin verschieben wäre eher schlecht, immerhin braucht man die Ergebnisse so schnell wie möglich.
Sollte man die Leberpunktion allerdings nicht durchführen (was auch passieren kann, wenn sie absolut keine geeignete Stelle finden), könnte ich auch die Koloskopie absagen, denn warum sollte ich mich da noch zusätzlich (und vor allem unnötig) foltern lassen, wenn ich ohne die Leberergebnisse ohnehin nicht zur OP zugelassen werde.


Ich sehe in dieser Entwicklung der Dinge bestimmte Zeichen, aber vermutlich interpretiere ich da wieder einmal zu viel rein, hm... man, es nervt echt, wenn man nur von einem Termin zum nächsten lebt, vor allem mit Ungewissheit. Jetzt hängt schon wieder alles vom Donnerstag ab, was soll der Scheiß. *no me gusta*

[ZE/RPG] Random
dream
[info]ailyh
Hachja. Die Konferenz war im Off-Topic Teil wieder sehr witzig, vor allem mit Mereko und Jade ließ sich wunderbar herumspinnen. (Zitat Jade: Wir zwei müssen uns unbedingt mal genauer über Rape unterhalten. >:D – Ohja, und wie wir das müssen!)
Und die Gute hat Kyle heute auch direkt gesagt, dass sie das Gefühl hat, man dürfte ihn überhaupt nicht kritisieren, weil er damit nicht umgehen kann; ging darum, dass sein Charakter ein Pferd gespalten hat und das artete dann irgendwie ein wenig in einen kleinen Bitchfight aus, hatte ich so das Gefühl.
Aber zum Glück hat sich dann wieder alles eingerenkt und es wurde sehr unterhaltsam.

Hat mich angeregt darüber nachzudenken, ob ich wirklich endgültig aus dem Rollenspiel aussteigen will. Ich müsste mich dazu mal in Ruhe hinsetzen und eine Liste mit den Pros und Contras erstellen, mit herumschwirrenden Gedankenfetzen lässt sich's schlecht arbeiten. Aber mich beschäftigt in letzter Zeit besonders Artemis, die eigentlich als nächstes geplant war. Hm... Ficköööööööön~

Und mir tun wieder die Zähne scheiß weh, das dumme Kinder Pinguin hier bringt mich gerade fast um (kein Grund, es nicht zu Ende zu essen, aua...)


[Krebs] Update: Nachtrag
tears
[info]ailyh
GOTTVERDAMMTE SCHEIßE!
DRECKIGER, MISTIGER DRECKSMIST!

NATÜRLICH! Wie KONNTE ich auch nur ANSATZWEISE glauben, in MEINEM Leben würde IRGENDWAS auch nur HALBWEGS nach Plan laufen?!?!

Gerade eben hat Ostermeier nochmal angerufen und wie ich erfahren durfte, ist die Punktion der Leber im Segment 1, also dem Teil, der bei mir unter die Lupe genommen werden soll, eine scheiß komplizierte Angelegenheit.
Man wird bei diesem Vorgang eine Nadel in mich einführen, um dem Bereich eine Probe zu entnehmen. Am einfachsten wäre es, von hinten direkt zwischen den Rippen hindurchzustechen, doch das hat Mutter Natur bei ihrem Schaffen nicht bedacht, denn dieser Weg ist unmöglich. Grund: Die Lunge ist im Weg und man kann schlecht durch die Lunge stechen.
Nun muss man bei mir also einen Weg durch den Bauch nehmen (dem Gekotze sei Dank habe ich abgespeckt, sonst würden sie die Nadel womöglich nicht durchkriegen; durch den Bauch ist es ein weiter Weg und je mehr fett, desto geringer die Chance, dass die Nadel die Leber auch erreicht.)
Allerdings stehen der Nadel dabei eine Menge empfindlicher Gefäße im Weg, das Risiko innerer Blutungen: hoch.
Wird ein Gefäß verletzt, kann es zu einem Hämatom kommen, es gab auch bereits Fälle, in denen der Patient an den Folgen einer Leberpunktion starb. Es kann allerdings auch alles glatt gehen (ALS OB.)
Ich werde dabei auf einer Liege Platz haben und bevor man überhaupt mit dem Eingriff per se beginnt, wird man mich so lange herumdrehen und untersuchen, bis man eine geeignete Stelle gefunden hat. Zusätzlich zu dieser ewig langen Suche nach einem guten Punkt dauert der Eingriff an sich eine halbe bis ganze Stunde.
Und wisst ihr, was das absolut beste daran ist? Man bekommt nur eine Lokalanästhesie und darf alles ganz nah miterleben. Ich bin nach all den Jahren hart im nehmen geworden, aber ich kann nicht garantieren, dass es mir beim Anblick der Nadel, wie sie auf meinen Bauch zusteuert, nicht hochkommt, obwohl ich natürlich noch nicht weiß, wie so eine Punktionsnadel aussieht. Google Bilder hat mich jedenfalls nicht beruhigt (aber auch nicht sonderlich überrascht.)

Es wird noch besser: Sollte die Biopsie aufdecken, dass die Leber erneut befallen ist, werde ich nicht operiert.
WARUM NICHT?!
VERDAMMTE SCHEIßE, was ist so schwer daran, gleich nochmal ein Stück der Leber zu entfernen, wenn man mich ohnehin schon wegen dem Bauchfell wie eine Sardinenbüchse öffnet? WARUM?!

Bei meinem Glück sterbe ich entweder an inneren Blutungen oder am Krebs, weil die OP nicht durchgeführt werden kann. JEDE WETTE.

Ich soll Ostermeier am Montag Bescheid geben, ob die Risiken der Biopsie mir den Eingriff wert sind. Ich hatte noch nie – noch NIE – solche Lust, jetzt schon alles hinzuschmeißen.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll.


Ich war vermutlich noch nie so verwirrt und stinksauer zugleich.

[Krebs/RPG] Gedanken
determined
[info]ailyh
Ich stelle fest, dass ich mich anscheinend jetzt schon mit dem Gedanken anzufreunden versuche, dass ich nicht mehr lange hier sein werde, obwohl noch nichts in diese Richtung zu 100% feststeht.

Das habe ich heute beim Gespräch mit Jannik gemerkt, wir haben zwar nur ein wenig belanglos geplaudert, aber ich hatte nebenher so viele andere Gedanken zu verarbeiten, dass ich mich ziemlich konzentrieren musste, um nicht mehr Schrott von mir zu geben als üblich.
Was mir permanent im Kopf herumgeht, sind die Briefe. Ich weiß jetzt schon, dass ich nicht völlig wortlos gehen werde; bei Krankheiten wie Krebs hat man wenigstens die Möglichkeit für einen Abschied, würde mich jetzt an der nächsten Straßenkreuzung ein Auto oder Bus erfassen, hätte ich die nicht. (Wie gut, dass ich so gut wie nie aus dem Haus gehe.)
Mit dem genauen Inhalt hadere ich noch, aber die endgültige Entscheidung dafür kommt ohnehin erst mit dem sicheren Beschluss des Tumorboards.
Zudem frage ich mich verstärkt nach dem Warum, obwohl ich weiß, dass ich darauf nie eine Antwort erhalten werde. Ich habe nichts in meinem Leben erreicht, weshalb wird es mir dann scheinbar so früh wieder genommen? Hätte ich vielleicht mehr daraus machen sollen?
Inzwischen weiß ich, was für Fehler ich in der Vergangenheit gemacht habe, aber wie heißt es so schön, hinterher ist man immer schlauer.
Allerdings habe ich mein Leben ohnehin nie gemocht, Gedanken an Suizid bekam ich bereits mit 12 (was jedoch nicht weiter verwunderlich ist, mit Eintritt in die Pubertät kommt sowas vermutlich den meisten.)
Wenn ich gehe, was lasse ich zurück?
Nichts außer Erinnerungen.
Genauso wie tausende von Menschen vor und nach mir, Leben kommt und geht.
Ich mache mir hauptsächlich wegen Sarah Vorwürfe. Ich hätte sie nie in mein Leben lassen sollen, immerhin lernten wir uns kennen, als ich bereits krank war. Genauso wenig hätte ich den Kontakt zu Chris (der momentan aber wieder einschläft) wieder aufnehmen und Jannik begegnen sollen; das sind schon wieder drei Leute mehr, die in mein Leben kamen und dort nicht sein sollten, wenn ich zu Thanatos ziehe.
Bei Sarah verstehe ich es ja noch, obwohl ich zu der Zeit schon so abgrundtief verbittert und pessimistisch gewesen bin, aus mir unerfindlichen Gründen hegte ich irgendwie noch die Hoffnung, ich würde bald wieder gesund werden. Ganz schön paradox, wenn ich es genauer betrachte.

Gut, ich war schon immer sehr wankelmütig in meinen Launen und den davon abhängigen Entscheidungen (ein Charakterzug an mir, der mich tierisch anpisst), aber es nervt halt. Vor allem die unglückliche Entwicklung, die das RPG im ZE genommen hat, frisst immer noch an mir, dabei will ich das gar nicht. Hab' heute ein wenig mit Jannik darüber gequatscht, damit er auch auf dem neuesten Stand ist und jetzt bin ich wieder schlecht drauf, nach den paar Sätzen.
Mir ist völlig klar, dass ich mir selbst schade (eine Eigenschaft, die ich anscheinend von meiner Mutter habe, wie ich im Gespräch mit ihr letztens feststellen durfte), aber genauso wie gegen meine Launen kann ich nichts dagegen machen. Oder fehlt mir einfach nur der Wille? Wobei ich auch noch nie sonderlich willensstark gewesen bin – außer wenn es eben darum geht, meine mir selbst schadende Scheißlaune in vollen Zügen auszuleben und mich deswegen super-mies zu fühlen.
Meine Fresse, warum nochmal habe ich damit angefangen, wieder etwas zu fühlen? Seitdem ich nicht mehr der völlig abgestumpfte Gefühlsklotz mehr bin, hat's mir mehr Probleme als Positives gebracht.
Macht es für jemanden hier Sinn, wenn ich sage, ich ziehe Aktionen bis zum bitteren Ende durch, gerade weil sie mir schaden?
Dass ich masochistisch veranlagt bin, wusste ich ja eh schon.
Hab' nicht mal mehr Bock auf Skype, alleine beim Gedanken daran graust's mir, warum auch immer.
Was treibe ich also den lieben langen Tag?
Ich liege untätig im Bett und verlasse es nur, wenn der Ruf der Natur sich nicht ignorieren lässt und um etwas zu essen, was sich seit Tagen auf eine Mahlzeit pro Tag beschränkt, weil ich kaum noch ein Hungergefühl habe. (Wer jetzt aufschreit, ich solle mehr essen: Ach, Klappe. Ich bin noch gut dabei.)

Ich glaube, das, was ich hier treibe, ist, sich im Selbstmitleid suhlen, etwas, das mir tierisch auf die Eier geht. Der Hase wollte dieses WE zocken, wenn mich nicht alles trügt; das wäre vielleicht eine gute Ablenkung, müsste ich mich für Aktivitäten außerhalb meines Zimmers nicht erst überreden. Und was Argumentationen angeht, war ich auch noch nie besonders überzeugend, wie soll ich da bitte mein eigenes stures Hirn überreden, dass es meinem Arsch den Befehl gibt, aufzustehen?
Außerdem denke ich dabei sofort wieder an Thanatos und dann meinen die Stimmen in meinem Kopf, dass soziale Kontakte in meinem Fall vielleicht nicht unbedingt das beste sind; der Grund, weshalb ich die Idee, nach Magdeburg zu fahren, mittlerweile für nicht mehr so knorke wie zu Beginn halte.
Wenn ich in absehbarer Zukunft gehe – fein.
Wenn ich in absehbarer Zukunft gehe und davor noch Sarah in Person gesehen habe – absolut nicht fein.

Geil, ich liebe meinen Launen einfach, die lassen mich immer Scheiße labern; wankelmütige Entscheidungen und so.
Ich geh jetzt erstmal was futtern (wird Zeit um vier Uhr nachmittags) und sehe zu, dass ich mich irgendwie beschäftige, anstatt nur absolut nutzlos im ZE rumzuhängen. Am besten, ich hänge stattdessen nutzlos vor der Glotze.
Klingt nach einem Plan.


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